Das liebe Geld

Ein paar kleine Hinweise für Gehaltsverhandlungen (es gibt viel mehr!):

1. Für den Arbeitgeber

2. Für den Arbeitnehmer

Die schlimmste "Eierei" der Führungsrolle. Die größte Angst des Arbeitnehmers.

1. Für den Arbeitgeber: Die Gehaltsforderung Ihres Mitarbeiters

Die übliche Begründung: "Alles ist teurer geworden: Benzin, Lebensmittel, Miete,...!"

Dann folgen:                 "Ich arbeite mehr, mache viele Überstunden!"

Und schließlich:             "Die letzte Gehaltserhöhung ist schon x Jahre her..."

Was hat der Arbeitgeber damit zu tun, dass die Aral und Esso den Sprit verteuern? Und das Aldi und Edeka die Butter verdoppeln? Warum soll der Arbeitgeber die höheren Margen der anderen bezahlen? Jeder muss seine Kosten mit den Kostenträgern diskutieren und doch bitte nicht immer die Kuh anzapfen, die mit diesen Dingen nichts zu tun hat!

"Die Überstunden werden bezahlt. Mit Zuschlägen und damit höher als die normale Arbeitszeit. Entweder Sie machen keine Überstunden mehr, oder Sie erhalten ein entsprechend der Überstunden höheres Gehalt - aber Sie wissen schon, dass Ihr Netto dann niedriger ist ... oder?"

Sofern Sie als Arbeitgeber KEINE Überstunden bezahlen, wäre die Bezahlung ein Kompromisangebot. Ich bin ohnehin der Meinung, dass die Bezahlung der Überstunden (nicht Abgeltung!) eine Sache der Fairness gegenüber dem Mitarbeiter ist.

Gehaltserhöhung als annuales Standard-Procedere? Warum? Sofern ich nicht in einem Tarif gebunden bin (hoffentlich!), sehe ich hierfür keine Begründung.

ABER:

Wenn der Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung anfragt oder gar verlangt, ist diesem Ansinnen IMMER ein längerer Frust vorangegangen!

Der Gang zum Chef ist die Kulmination von Ärger, Unzufriedenheit, Unlust. Eine Gehaltserhöhung ist fast IMMER ein Schrei mach Anerkennung der Leistung, der Person, der Einstellung - oder des "mindsets".

Finden Sie heraus, was wirklich los ist!

Ändern, verbessern Sie die Arbeitssituation!

Geben Sie mehr Verantwortung, Zuständigkeit, Aufgaben oder was auch immer möglich ist, sofern der Mitarbeiter hierzu fähig und in der Lage ist und dieses auch will.

Vereinbaren Sie einen Stufenplan! Stufenpläne sind ein hervorragendes Mittel, um mit messbaren Teilzielen einen Erfolg zu produzieren und der Mitarbeiter hat sich die Gehaltserhöhung nicht nur verdient, sondern dem Unternehmens aktiv weiter geholfen.

Außerdem ist dies ein sehr gutes Signal an die Belegschaft: Macht mehr und ihr verdient mehr.

Selbstverständlich ist ein Gehaltsgespräch mit begleitender Prüfung der Einstellung und der Leistung ein Wegpunkt, um die Weiterbeschäftigung zu überdenken und zu entscheiden. Wenn der Frust auf dem Tisch liegt, dann nutze ihn klug!

2. Für den Arbeitnehmer: Den Gehaltswunsch durchsetzen

Wer den Text für die Arbeitgeber oben aufmerksam durchgelesen hat, weiß nun, dass man sich auch als Angestellter gut auf das Gehaltsgespräch vorbereiten sollte.

Wer aufgrund der blöden Arbeit, den blöden Kollegen und der hohen privaten Kosten bereits Frust ohne Ende schiebt, der ist gut beraten dies NICHT dem Chef zu vermitteln. Im Gegenteil!

Der Arbeitgeber will motivierte Mitarbeiter, die mit guter Laune, super-Leistung und Kreativität morgens mit einem Liedchen auf den Lippen und abends schweißgebadet, aber glücklich nach Hause gehen. Im Vorbeigehen dem Chef noch den Siegelring küssen und sich jeden Monat für das Gehalt zu bedanken ...

Natürlich ist das maßlos übertrieben! Aber: im Ansatz liegt genau hierin der Schlüssel zum Erfolg bei der nächsten Gehaltsverhandlung! Das bedeutet nicht etwa buckeln und schleimen, sondern klug und geschickt zu verhandeln!

Sie wissen genau, dass die drei oder fünf Prozent Erhöhung in zwei Monaten Gewohnheit geworden und vergessen sind. Der gleiche Frust und das bißchen höhere Netto ist beim nächsten Kinobesuch draufgegangen. Es hat sich nichts verändert.

Also machen Sie sich interessanter: Sie wissen am allerbesten, wo es in Ihrem Umfeld noch hakt, wo man etwas verbessern kann, welche zusätzlichen oder anderen Aufgaben Ihnen noch gefallen würden, stimmt´s?

Machen Sie Vorschläge! Zeigen Sie Entwicklungswillen! Beweisen Sie, dass Sie dem Unternehmen mehr Wert (Mehrwert) bringen könnten und so mehr verdienen können. Das kommt an!

Schlagen Sie einen Stufenplan für die Mehrleistung vor: In drei halben Jahren drei Teilziele erreichen oder gar über-erfüllen und drei Mal eine Gehaltserhöhung erarbeiten.

So wird es kein Bitt-Gang, sondern für beide ein echtes Win-Win-Geschäft.

... ganz zu schweigen von der Aufmerksamkeit für eine mögliche Beförderung ...

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